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Wie könnten Rikschas zu einer Verkehrslösung für den Jungfernstieg werden?



Bislang ist die autoarme Innenstadt nur ein frommer Wunsch. Circa 100 bis 200 Autos pro Stunde, je nach Tageszeit, befahren derzeit den Jungfernstieg, der eigentlich seit 16. Oktober für den privaten Autoverkehr gesperrt ist. Hinzu kommen Handwerkerfahrzeuge, viele Busse und sehr viele Taxis, die vom Durchfahrtsverbot ausgenommen sind. 

Zugleich kommt die Polizei mit der Überwachung dieses Autoverkehrs nicht nach. Auch scheint die konkrete Ausschilderung verbesserungsbedürftig zu sein.

Damit zeigt sich derzeit nicht nur eine Unkenntnis vieler Autofahrenden, die bekanntlich nicht vor Strafe schützen sollte. Es reüssieren mithin nicht nur Schutzbehauptungen, die vorgeben, entweder die neuen Regelungen nicht zu kennen oder nicht zur Kenntnis genommen zu haben, sondern es siegt die Trägheit der verkehrswidrigen Nachahmung, das automobilistisch gefahrene Beispiel.

 

Inwiefern könnten Fahrradrikschas zu einer Verkehrslösung für den Jungfernstieg werden?

Anbei 6 Vorschläge:

  • Ausweitung des Senatsprojekts #moinzukunft auch auf Fahrradrikschas; denn es ist kaum nachvollziehbar, dass Lastenräder von der BUKEA gefördert werden, jedoch genauso umweltfreundliche Rikschas nicht, die aber über diese Förderung wiederum auch Arbeitsplätze schaffen und nachhaltig Steuern generieren würden
  • Schaffung einer adäquaten Ladeinfrastruktur für Lastenräder und Rikschas, d.h. eines öffentlichen Netzes aus Akku-Wechselstationen, das die Flexibilität, Schnelligkeit und Effizienz der Lastenrad-Logistik erhöht, kurzum von Tankstellen für die Mikromobilität
  • Schaffung von Taxi-Stellplätzen für Fahrradtaxis in der Innenstadt, denn die potentiellen Kundinnen und Kunden, v.a. die Gäste dieser Stadt, sollten wissen können, wo sie Fahrradtaxis finden
  • Umsetzung eines Verkehrskonzeptes, das mit den örtlichen Rikscha-Betreibern erörtert wird, denn dass hieße bürgernah die Betroffenen als Akteure der Mobilitätswende zu beteiligen
  • Umsetzung eines Marketing-Konzeptes für die Mobilitätswende, das die entsprechenden Möglichkeiten von Rikschas mit einschließt (Werbeflächen, Promotion, Flyer-Aktionen etc.), die Betroffenen würden zu authentischen Markenbotschaftern der Mobilitätswende werden und schließlich
  • Schaffung einer Task Force, eines Forums etc., in der die seit Jahren Rikschafahrenden ihre Expertise einbringen können

Gleichwohl plant die Behörde für Verkehr und Mobilitätswende, dass im Frühjahr 2022 der endgültige Umbau des Jungfernstiegs zur privatautofreien Zone erfolgt. 


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